Für eine Welt

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Für eine Welt, in der niemand mehr Ausgegrenzt wird.

Überraschung, Freude, Gefallen, Dankbarkeit und Erkennen, Erschrecken, schlechtes Gewissen, Wut. 
Die Tränen der Rührung möchte ich nicht verschweigen und das Erinnern. Diese Karte hatte eine enorme Wirkung auf mich.

Natürlich bin ich dafür niemanden auszugrenzen, ganz einfach! 

ODER?! 

Ich habe noch nie auf jemanden herab gesehen 
wegen der Hautfarbe, Religion, Alter, Behinderung, usw. 

WIRKLICH?!

Was ist mit denen die meinen Geschmack nicht teilen, was ist mit denen die nicht mein Tempo mithalten, was wenn eine(r) nicht versteht was ich in Sekunden begriff. Oder was wenn jemand sich feindlich verhält, gar Unverzeihliches tut. Was wenn jemand unbelehrbar bleibt. Was wenn jemand so entstellt ist, das es mich zerreißt. Würde ich mit einem der gerade Genannten gar Freundschaft schließen? Es gibt jemanden der das tat.

Als Übung in einem Seminar sollten wir einmal durch die Stadt gehen und unsere Gedanken festhalten. Wirklich jeden, also so gut es ging natürlich. Man sollte meinen für ein Seminar legt man sich ins Zeug und denkt nur gute Dinge. Zu meiner Überraschung waren die meisten Dinge nicht schön die ich da schrieb: Schmutzige Straßen, laute Menschen, Gedränge, schreiende Kinder,....

Die lange Zeitspanne der Übung wollte ich auch für Einkäufe nutzen: Da war eine Schlange beim Metzger, vor mir eine junge Frau mit so engen und tiefen Hosen (Hellblaue Leggins) die keine Frage mehr offen ließen. Bei Herren würde man wohl Klempner-Dekolleté sagen. Ich habe nicht eine Sekunde überlegt, einfach mal gedanklich losgepöbelt und mich im Stillen amüsiert. Man könnte sagen ich habe mir die Zeit mit Spaß verkürzt, denn den hatte ich als ich da so stand und sich dieses "hellblaue Träumchen" vor mir produzierte.

Die junge Frau hat mich nicht mal bemerkt. Ich kann nicht mehr sagen was ich beim Metzger einkaufte, wie die anderen Leute aussahen. Aber ich weiß noch genau wie machtvoll ich mich fühlte als ich so im Lautlosen, in meinem Kopf und Herzen vor mich hin schimpfte, hetzte, wie ich plötzlich von Bosheit durchdrungen war. Ich bekam Angst vor mir selbst. Diese Übung werde ich nie vergessen. Ich schäme mich noch heute dafür. 

Ich bin also sehr wohl fähig auszugrenzen, es kommt auf den Auslöser an. Und wie die Übung zeigte, ich mache es oft. Gedanken bestimmen unser Handeln - es ist so wichtig hier anzusetzen. Mir hilft meine "Stille Zeit" morgens oder abends, in der ich mich mit schönen Handarbeiten oder auch gar nichts beschäftige, etwas Schönes lese, je nachdem. Zu reflektieren, was tue ich da eigentlich? Oder besser: Warum tue ich das? Was störte mich tatsächlich in dem Moment? Gedanklich habe ich schon x-mal die Frau um Verzeihung gebeten. Um sie tatsächlich zu erhalten, hätte ich sie kennen lernen müssen... und womöglich noch gemocht. 
Interessant! Oder?!

Die wunderschöne Karte stammt aus der Diakonie Kernen-Stetten im Remstal. Über sie berichte ich im kommenden Podcast und bereits in diesem Blog. Sie wurde gestaltet, um auf die noch immer bestehenden "Mauern" zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten Menschen aufmerksam zu machen. Die Diakonie leistet einen unschätzbaren Beitrag im gesellschaftlichen Leben, unterstützt, bildet aus, pflegt, berät ... gibt Hilfen, um ein selbst bestimmtes Leben zu ermöglichen.  

Der Text ist auf so vielfältige Weise klug! Ich persönlich finde das dieser Satz an alle für alle ist - niemand wird außen vor gelassen. Das ist eine gute Nachricht. Wir nicken alle gleich los und denken an unsere Familien und Freunde. Ich verstehe die Karte aber auch so:

Gemeint sind auch die, die wir nicht mögen / kennen. Die sind mit im Boot, wenn ALLE dabei sind; schlimmer noch: 
die Hetzer, die Neo-Nazis, die Nicht-Verstehen-Woller, die Verschwörer, die Terroristen, die Egomanen, die Schwurbler, die Mörder, 
die Narzissten, die Ausbeuter, die Kriegsverbrecher, die Vergewaltiger, die Betrüger, ... wie schnell bin ich da an meiner Grenze!

Gut das es den EINEN gibt der uns vorgelebt hat wie das zu ertragen und wie man es angeht. Jesus

Jetzt habe ich Gänsehaut und erkenne wie weit mein Weg noch ist. 
Nicht aufgeben, wir wandern gemeinsam Freunde.

Liebe Grüße
Deine Netti
 
Annett Krohm • 26. November 2020

Hoffnung sieht das Unsichtbare, fühlt das Unfassbare und erzielt das Unerklärbare.

Maximilian Kolbe


von Annett Krohm 31. Januar 2026
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